Neues Bad auf Katinka

Das alte Bad muss raus sagte die Chefin eines Tages. Ok sagte ich, einfach so. In diesem Moment darf man nicht widersprechen, das hab ich in den letzten 20 Jahren gelernt. Das Beste was ich in dieser Situation tun konnte, war mich auf den Weg in den nächsten Baumarkt zu begeben um mich inspirieren zu lassen. Schindete ich doch somit ein wenig Zeit heraus um das Unvermeidliche noch ein wenig heraus zu zögern.


Sie hat ja Recht, der Spiegel hatte quer über die gesamte Länge vom Fenster bis zur Wand einen Riss. Ebenso war das Waschbecken mit einer scheusslichen Klebenaht verunstaltet. Kurz das Bad war in die Jahre gekommen und war nicht mehr schön anzusehen. Allein, es braucht bei mir immer eine Weile bis ich mich überwinden kann. Dies scheint ein weit verbreitetes Phänomen bei Männern zu sein, sagt zumindest Gaby. Wie auch immer, wir besorgten neue Wandverkleidung, Tischplatte und Waschbecken sowie diverses Zubehör und ich machte mich als bald an den Ausbau der alten Einrichtung. Wie schon befürchtet verabschiedete sich der Spiegel in kleinen, ja sogar ganz kleinen Teilen von der Wand. Mit Schutzbrille, Hammer und Stechbeitel bewaffnet, rückte ich der Wandverkleidung zu Leibe, welche sich nur widerwillig von der Holzwand löste. Derjenige, der das Bad eingebaut hat, ist mit dem Silikonkleber nicht gerade sparsam umgegangen. Genauso hatte ich mir das vorgestellt, eben "einfach so".