Portofino, St. Tropez Italiens

Wir hatten uns vorgenommen so wenig wie möglich und nur soviel wie nötige Motorstunden auf unserem diesjährigen Sommertörn zu verwenden. Wir wollten einfach einmal sehen, wie sich Schiff und Mannschaft verhält, wenn sie zum Nichtstun mitten im nirgendwo verdonnert ist. Von Loano steckten wir Kurs über den Golf von Genua Richtung Portofino. Nachdem unsere Tanks gefüllt waren kamen wir erst gegen 11:00 Uhr von der Tankstelle weg, da diese hoffnungslos überfüllt war.

Schwer beladen, immerhin 800l Diesel in den Tanks, kamen wir bei einem Wind von 10 Knoten, mit 4,5 bis 5 knoten, doch recht zügig voran. Gegen Abend änderte sich das aber, denn der Wind schlief komplett ein. Wir dümpelten also zwischen Savona und Genua mitten einer viel befahrenen Schifffahrtsroute. Das wurde besonders in der Nacht recht spannend, da sehr viele Fähren in der Nacht Richtung Süden auslaufen. Gaby hat ja bekanntlich, am Anfang eines Törns, immer mit der Seekrankheit zu kämpfen, kam mit der Situation aber sehr gut zurecht. Der neu ausprobierter Reisekaugummi schien das Schlimmste zu verhindern und über den ganzen Törn war die Seekrankheit mehr zur Nebensächlichkeit geworden. Da lagen wir nun, wie angenagelt. Es war heiss, immerhin 26°C um Mitternacht und kein Wind. Eine vorbeikommende Fähre drückte uns wieder ein bisschen nach Nordost, immerhin in die Richtung wo wir hin wollten. Am nächsten Morgen hatten wir sage und schreibe 1 Seemeile geschafft. Auch jetzt änderte sich am Wind nicht viel. Immerhin kamen wir mit 1,5 bis 2 Knoten ein wenig voran. Zumindest konnten wir ausgiebig frühstücken, nur war klar, dass wir unser Ziel bei diesem Tempo heute wieder nicht erreichen werden. Die Halbinsel und Nationalpark Portofino zum greifen nahe, brach die Nacht erneut herein ohne dass sich an den Windverhältnissen wesentliches änderte. Das Vorhaben, den Motor nur wenn notwendig einzusetzen, wurde auf eine grosse Probe gestellt.