Cinque Terre, Weltkulturerbe mit Charme

Portofino lag seit dem Morgen hinter uns, der Wind war nach wie vor nicht vorhanden. Also versuchten wir mal wieder unseren Spinnacker zu setzen, was erneut misslang. Etwas frustriert setzten wir unsere Reise Richtung Cinque Terre fort. Vorbei an Chiavari und Lavagna, welche wir zu einem früheren Zeitpunkt schon besucht hatten, ging es an der Küste entlang. Am späten Nachmittag kam dann tatsächlich Wind auf und es wurde Zeit, einen Platz für die Nacht zu finden. Doch das war nicht so einfach, sahen doch die Buchten, die in Frage kamen, recht ungemütlich aus. Starker Schwell stand von Westen in den Buchten. Auf der Höhe von Levanto peilten wir dann die sehr offene Bucht an und suchten uns einen Ankerplatz. Wie in den Tagen zuvor, lies der Wind gegen Abend wieder nach und schlief letztendlich ganz ein. Der Ankerplatz beruhigte sich auch recht bald und so lagen wir mit zwei anderen, italienischen, Yachten, recht komfortabel auf 5m und genossen einen wunderschönen Sonnenuntergang vor den Toren der Cinque Terre. Die Nacht am Ankerplatz von Levanto ging ohne nennenswerte Ereignisse vorüber und wir schlichen uns am nächsten Morgen auf Grund des Windes mit 2 Knoten aus der Bucht. Der ca. 8 Seemeilen lange Küstenstreifen, der 1997 zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt wurde, liegt vor uns. Die Bergkette, die den Küstenstreifen prägt, fällt steil zum Meer hin ab. Fünf Täler unterbrechen diese Steilhänge an deren Ende sich jeweils ein Dorf befindet. Vier dieser Dörfer liegen direkt am Meer. Lediglich Corniglia liegt auf einer Anhöhe. Daher auch der Name dieser Region Cinque Terre was soviel heisst wie fünf Länder oder in diesem Fall fünf Orte. Eine wichtige Lebensgrundlage bildet neben dem Fischfang auch der Weinanbau, der in unmittelbarer Nähe der Dörfer auf Terrassen angebaut wird. Vom Meer aus sehen die bunten Häuser wie, in die grüne Landschaft verstreute Bauklötzchen, aus. Ein wirklich schöner Abschnitt der Riviera, die hier Riviera di Levante heisst. Der anfänglich schwache Wind frischte dann gegen Nachmittag immer mehr auf sodass wir mit 5 Knoten doch noch zügig voran kamen und wir die Gegend entspannt geniessen konnten.