Überführungstörn von Portugal nach Italien

Garrucha

Gibraltar lag hinter uns und wir fuhren die spanische Südküste, der Costa del Sol entlang. Das Wetter hatte sich beruhigt, allerdings kam eine leichte Brise immer noch von Nord-Ost so dass an Segeln nicht zu denken war. Die ungünstigen Wetterverhältnisse, wenn man davon überhaupt sprechen kann, denn schliesslich war es angenehm warm, die See war relativ ruhig und der Wind moderat, also alles weit weg von ungünstig. Trotzdem hatten wir es eilig da unser Freund Peter in Mallorca zusteigen wollte und uns so langsam die Tage ausgingen. Deshalb zog die Landschaft der Costa del Sol, Costa Almeria und Costa Blanca mehr oder weniger unentdeckt an uns vorüber. Wir sind jedoch der Meinung das dieser Landstrich es nicht verdient hat so einfach links liegen gelassen zu werden und werden zu einem späteren Zeitpunkt hierher zurück kehren und die Küste genauer erkunden. Das Ziel ist also klar und heisst Mallorca bis zum 29.08. zu erreichen. Am Nachmittag kam dann doch wieder etwas mehr Wind auf und unsere Maschine war mal wieder schwer am arbeiten, was sich letztendlich im Spritverbrauch niederschlug. Es war klar, dass wir Mallorca unter diesen Voraussetzungen ohne Zwischenstop nicht rechtzeitig erreichen können. Eine Tankstelle musste her. Allerdings war das nicht ganz so einfach, denn zwischen Cabo di Gata und Cartagena gibt es nicht all zu viele Möglichkeiten. In der Törnvorbereitung hatte ich mir mögliche Häfen und Ankerbuchten herausgesucht und so viel die Wahl auf Garrucha.

Garrucha liegt ganz im Norden von Andalusien. Die Küste ist hier nicht sehr dicht besiedelt, so dass es wenige Häfen gibt. Die Hafenanlage wurde in den letzten Jahren ausgebaut, die Googlebilder im Internet zeigen noch die alte Situation. An neuen Stegen mit Wasser und Strom, die durch Eingangstüren gesichert sind, kann man bequem seitlich anlegen, da zumindest als wir dort waren, sehr viel Platz vorhanden war. Die Marineros sind sehr freundlich und hilfsbereit. Die sonst am Wellenbrecher liegenden Frachtschiffe waren auf Grund von Instandsetzungsarbeiten nicht vorhanden. Auch sonst machte der Hafenbereich einen sehr sauberen Eindruck. Allerdings kommen die Sanitäranlagen sehr provisorisch daher, da sie immer noch in Containern untergebracht sind. Der Hafenbereich lebt am Abend so richtig auf.