Überführungstörn von Portugal nach Italien

Strasse von Gibraltar Zur Strasse von Gibraltar hin, frischte der Wind immer mehr auf, was nicht das grösste Problem war, vielmehr machte uns die Tatsache zu schaffen, dass der Wind von Ost nach West blies und uns somit direkt auf die Nase, dazu eine Welle nahezu an die 5m. Prima! Das Mittelmeer wollte uns nicht hineinlassen, aber da kannte es uns schlecht, wir gaben nicht auf.

Noch 20sm bis Tarifa, wenn das so weiter geht, kommen wir in der Nacht an das Kap. Es ging so weiter und es wurde noch heftiger, aus 5Bft. wurden 7Bft. aus 5m Welle wurde 8m. Inzwischen kam das Verkehrstrennungsgebiet in Sicht. Wie an der Perlenschnur waren die Frachtschiffe aufgereiht, riesig aus Sicht unseres Katamarans. Dicht an der Berufsschifffahrtsstrasse kreuzten wir auf, der Raumgewinn, bescheiden. Andere Segelyachten weit und breit nicht zu sehen, was bei diesen Verhältnissen durchaus verständlich war. Doch was war das, hab ich mich da getäuscht, oder war das wirklich ein Schlauchboot. Tatsächlich eine halbe Seemeile querab taucht ein Schlauchboot auf und da, noch eins. Gibt´s ja gar nicht, die sind ja noch verrückter als wir. Was machen die denn hier draussen? Die Antwort ist Whale watching. Vor Tarifa gibt es eine grosse Populationen von Grindwale, Pottwale, Schwertwale und Finnwale, darüber hinaus drei Delfinarten. Da das Mittelmeer gegenüber dem Atlantik etwa 1,4m niedriger liegt, strömt das Wasser an der Oberfläche vom Atlantik in das Mittelmeer. In der Tiefe gibt es eine Gegenströmung die ein nährstoffreiches Wasser und einen hohen Fischbestand hervorruft, deshalb sind so viele Wale und Delfine in der Nähe von Tarifa anzutreffen. Was uns trotzdem verwundert, in Anbetracht des erheblichen Schiffsverkehrs kann es für die Tiere nicht gemütlich sein.