Überführungstörn von Portugal nach Italien

Im Golf von Cadiz

Langsam senkt sich die Nacht über den Golf von Cadiz und die Sterne fangen an zu funkeln. Ich hatte schon ganz vergessen wie das hier draussen ist, in einer klaren Nacht mit tausenden und abertausenden Sternen. Ich sitze auf unserer Terrasse, so nenne ich das Cockpit unseres Katamarans Katinka und werde so langsam ruhiger. Die See wird auch immer sanfter und es ist fast nicht zu glauben, dass wir uns auf dem Atlantik befinden, vielmehr kommt es mir so vor als ob wir auf dem Bodensee bei totaler Flaute mitten auf dem See liegen, wenn da nicht dieser Sternenhimmel wäre. Fasziniert schaue ich nach oben und lasse das Geschehene der letzten Tage revue passieren.

Am 19. August kamen wir in Portimao an um unseren, Ende Juli neu erworbenen Kat Katinka, zu übernehmen und nach Italien zu überführen. Eine Übergabe durch den Vorbesitzer konnte nicht erfolgen, da dieser gerade zwischen Tahiti und Samoa unterwegs war. Das bedeutete das Schiff selbst zu erkunden und möglichst die Funktion aller wichtigen Aggregate zu verstehen und selbstverständlich auch zu überprüfen. Zudem kam hinzu, dass ein Motorenservice durchgeführt, das Antifouling aufgebracht und die Segel angeschlagen werden mussten. Der Kran war für den 23. August reserviert. Da waren ein paar Nachtschichten unumgänglich, aber alles lief nach Plan und der Tag der Abreise rückte näher. Am Vorabend wollte die Marina Vorarbeiten rund um das Schiff durchführen um am nächsten Morgen um 9:00 Uhr mit dem Kran den Katamaran anheben zu können. Als sich um 18:00 Uhr immer noch keiner blicken lies, wurde ich langsam unruhig und fragte im Büro nach. Dort offenbarte man mir, dass der Voreigner die Standgebühren für das letzte Jahr noch nicht bezahlt hatte und der Termin für morgen gestrichen sei. Ganz toll, ich war begeistert! Was können wir tun fragte ich? Wenn ich bezahle, sagte man mir, ist der Termin weiterhin gültig. Was blieb mir anderes übrig, entweder wir bleiben hier hängen, oder wir bezahlen und kommen morgen weg. Ich zahlte in der Hoffnung der Voreigner steht zu seinem Wort, was sich später als sehr naiv herausstellte. Ich warte heute noch auf mein Geld. Dann ging alles sehr schnell. Am Abend noch rückten 3 Mann, einschliesslich Chef, an und machten klar Schiff. Am nächsten Morgen um 10:30 Uhr hingen wir am Kran und um 11:30 waren wir im Wasser.